Kommission Globale Kindergesundheit, Klimawandel und Umwelt

Kommission Globale Kindergesundheit, Klimawandel und Umwelt

Von dieser Kommission erarbeitete Stellungnahmen

Die Berufung dieser Kommission wurde im Dezember 2014 auf der Mitgliederversammlung der damaligen DAKJ (Vorgängerin des Bündnisses KJG) beschlossen und die konstituierende Sitzung der ersten Mitglieder folgte am 28. Juni 2015 in Würzburg.

Seither ist das übergeordnete Ziel und zentrale Anliegen der Kommissionsarbeit das Wohl und die Gesundheit der Kinder in der Einen Welt, „One health in the best interest of the Child“, was nach Definition der UN-Kinderrechtskonvention (UNCRC) bedeutet einen ganzheitlichen, integrierten Ansatz für das Wohlergehen eines Kindes zu verfolgen und anzuerkennen, dass Kindergesundheit eng mit der Familie, der Gesellschaft und der Umwelt verbunden ist. Es erfordert eine Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen, Sozialwesen und Bildung, um sicherzustellen, dass in alle Entscheidungen die Sicherheit, die Entwicklung und die Rechte des Kindes bzw. Jugendlichen einbezogen werden.

Um der globalen und langfristigen Bedeutung des Klimawandels für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden, wurden zwei Fachbereiche mit jeweils eigenen thematischen Schwerpunkten innerhalb der Kommission eingerichtet – der Fachbereich globale Kindergesundheit sowie der Fachbereich Klimawandel und Umwelt.

Fachbereich 1: Globale Kindergesundheit

Mitglieder: Dr. med. Gabriele Ellsäßer (BVKJ), Dr. med. Henriette Högl (Kindernetzwerk), Dr. med. Janna-Lina Kerth (DGKJ), PD Dr. med. habil. Robin Kobbe (DGKJ), PD Dr. med. habil. Judith Lindert (DGKJCH), Prof. Dr. med. habil. Thorsten Langner (DGSPJ), Dr. med. Simone Schrauth (DGKJ), Dr. med. Gabriele Trost-Brinkhues (knw), Prof. Dr. med. Andreas Schultz (Berater).

Sprecher: PD Dr. med. habil. Robin Kobbe (DGKJ), Stellvertretung: Dr. med. Simone Schrauth (DGKJ)

Um das übergeordnete Ziel – das Wohl des Kindes in der Einen Welt – zu fördern, richtet die Kommission ihren Einsatz auf folgende Schwerpunkte und konkrete Forderungen:

  • Die Rechte aller Kinder müssen im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention konsequent umgesetzt und weiter gestärkt werden.
  • Prioritäten und international vorhandene, erprobte und evidenzbasierte Maßnahmen abgeleitet von den gesundheitlichen Bedarfen im Sinne des Public Health Cycle sollen weltweit die Kinder- und Jugendgesundheit unterstützen.
  • Der wechselseitige Erfahrungsaustausch und das reziproke Lernen, welches sich am Beispiel der Verbreitung der oralen Rehydratation oder Kängurupflege von Frühgeborenen auch bei uns als hilfreich erwiesen hat, und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe stehen hierbei im Vordergrund.
  • Umweltbewusstes Verhalten muss auch als Bildungsaufgabe verstanden werden und politische Entscheidungen das Ziel einer klimafreundlichen Transformation und Klimagerechtigkeit in der Pädiatrie verfolgen.
  • Die bestehenden Aktivitäten deutscher Institutionen und Organisationen auf dem Gebiet der globalen Kindergesundheit sind zu erfassen und zu vernetzen, um Synergien zu nutzen.
  • der Global Child Health- und der One Health-Ansatz sollen in studentischer und postgraduierten Aus- und Weiterbildung verankert werden.

Die Kommission lädt zur interdisziplinären Mitarbeit aller Akteure im Bereich der globalen Kindergesundheit ein. Die Kommission fördert dazu gezielt Anwaltschaft (Advocacy) und Netzwerkbildung auf diesem Gebiet.

Fachbereich 2: Klimawandel und Umwelt

Aktive Mitglieder:

  • Dr. Stephanie Boßerhoff
  • Dr. Henriette Högl, Co-Geschäftsführerin Kindernetzwerk e.V.
  • PD Dr. Dirk Holzinger (DGKJ)
  • Dr. Louisa Schuffert, Vertreterin des AK kinderchirurgischer Assistent:innen der
    DGKJCH, Universitätsmedizin Mainz
  • Dr. Christof Wettach, Praxis für Kinder und Jugendliche in Lahr, AG Pädiatrie bei KLUG
    e.V., Ausschuss Kindergesundheit und Klimawandel BVKJ e.V.
  • Dr. Stephanie Lorenz, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Halle a.d.Saale, KLUG, BVKJ,
    DGKJ

Sprecher: Dr. med. S. Lorenz (DGKJ), Stellvertreter: Dr. med. C. Wettach (BVKJ)

Der Klimawandel ist global und langfristig gesehen die größte Krise unserer Zeit. Kinder und Jugendliche sind in besonderem Maße betroffen, weil sie zum Beispiel durch ihre Physiologie vulnerabel sind. 

Zum anderen sind sie von Eltern, Erziehungspersonen und/oder politischen Entscheidungsträger:innen abhängig. Das gilt sowohl für kleine Entscheidungen im Alltag, wie adäquater Sonnenschutz oder umweltbewusstes Verhalten als Bildungsaufgabe, als auch im ganz Großen in Form von politischen Entscheidungen für eine klimafreundliche Transformation.

Besonders betroffen sind diejenigen, die durch eine chronische Erkrankung, eine Behinderung oder einen niedrigen sozialen Status per se schon benachteiligt sind, sodass auch das Thema Klimagerechtigkeit in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Zuletzt sind Kinder und Jugendliche von Heute die Generation von Morgen, die die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels am eigenen Leibe spüren werden. Schon heute belegen zahlreiche Studien die psychischen und somatischen Folgen der Klimakrise auf die Gesundheit.

Trotzdem fehlt es noch immer an entschiedenem politischen Handeln und auch in unserem beruflichen Alltag sehen wir wenig von einer Transformation. In Anbetracht immer neuer Krisen verliert das Thema an Nachrichtenwert und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Der
Klimawandel ist eine stille Krise.

Als Bündnis Kinder-und Jugendgesundheit stehen wir in der besonderen Verantwortung, die Gesundheit von Heranwachsenden zu schützen. Als Zusammenschluss der Kinderkrankenpflege und Elternverbände, kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften und Fachverbände Deutschlands sehen wir uns als Vernetzungsplattform, um Synergien zu identifizieren und so den Belangen der Kinder und Jugendlichen in Politik und Gesellschaft
angemessen Gehör zu verschaffen.

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