Bei einem Praxisbesuch schlägt der Arzt / die Ärztin vor, nicht nur die Grippeimpfung, sondern auch gleich eine Pneumokokkenimpfung durchzuführen. Ist das möglich?
Ja, das ist möglich! ![]()
Vor einer Reise sucht eine Familie die Praxis auf, wegen einer FSME-Impfung („Zeckenimpfung“). Sie fragt, ob gerade noch eine andere Impfung ansteht. Ist das sinnvoll?
Ja, das ist eine gute Gelegenheit!![]()
Nutzung von Kombinationsimpfstoffen
In der Regel werden die von der STIKO empfohlenen Impfungen für Kinder und Jugendliche in Kombination gegeben. Dafür werden Kombinationsimpfstoffe genutzt. Das heißt, bei einem Arzttermin kann das Kind vor mehreren Krankheiten gleichzeitig geschützt werden.
Warum mehrere Impfungen auf einmal sinnvoll sind:
- Schneller Schutz:. Es kommen weniger Terminaufschübe dazwischen, die z.B. durch Erkrankungen des Kindes entstehen können.
- Weniger Termine: Es sind weniger Arztbesuche nötig.
- Weniger „Piekse“: Mit einem Pieks ist das Kind gegen mehrere Krankheiten geschützt.
Ist das sicher?
Ja. Für die Kombinationsimpfstoffe gibt es umfangreiche Studien. Diese zeigen,
- dass der Körper genauso gut Abwehrstoffe bildet wie bei einzelnen Impfungen und
- dass die Impfungen gut verträglich sind.
Was ist mit Nebenwirkungen?
- Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle hängen vom jeweiligen Impfstoff ab, nicht davon, ob er gemeinsam mit anderen gegeben wird.
- Nachweislich sind diese Schmerzen oft sogar kürzer und milder, wenn im Abstand von mindestens 2 cm in denselben Arm oder dasselbe Bein gespritzt wird, als wenn die Impfungen an verschiedenen Tagen erfolgen.
- Da weniger Impftermine nötig sind, ist auch die Gesamtwahrscheinlichkeit für Fieber geringer. In der Summe treten auch andere allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen weniger häufig auf als bei Impfungen an mehreren getrennten Terminen.
Oft ist unklar, ob diese allgemeinen Symptome mit der Impfung zusammenhängen. Sie treten auch bei vielen Infekten auf. Da der größte Teil der Impfungen für ein Alter empfohlen wird, in dem Kinder ohnehin häufig Infekte haben, stehen Symptome und Impfung daher oft nur in zeitlichem Zusammenhang.
Koadminstration von Impfstoffen
Für bestimmte Situationen können zusätzliche Einzelimpfungen notwendig werden: wenn Kinder gegen einzelnen Erkrankungen noch nicht geimpft worden sind oder Eltern besondere Impfungen wünschen (z.B. Reiseimpfungen) oder es spezielle Impfempfehlungen gibt (z.B. FSME). Diese kann man gleichzeitig mit anderen Impfstoffen geben; das nennt man Koadministration.
Für die Koadministration von Impfungen gilt das Gleiche wie für Kombinationsimpfstoffe.
Fazit:
Mehrere Impfungen bei einem Arztbesuch sind sicher, gut verträglich und praktisch. Sie helfen dabei, Kinder rechtzeitig bestmöglich zu schützen.
Denn bestehende Impflücken können schnell geschlossen und empfohlene Impfungen rechtzeitig umgesetzt werden. Im Aufklärungsgespräch vor der Impfung sollten Eltern über die Vorteile der gemeinsamen Verabreichung anstehender Impfungen informiert werden und Gelegenheit haben, Fragen zu stellen.

